Wie der Handel (re)agiert

/, Rückblick Tag 2/Wie der Handel (re)agiert

Wie der Handel (re)agiert

Der traditionelle Handel und die Online-Wettbewerber stehen also gleichermaßen unter Druck. Die Vertriebsformen verändern sich und die Anteile verschieben sich permanent zu Gunsten des Online-Handels. Zwar wird das prozentuale Wachstum weniger, das absolute Wachstum ist jedoch ungebrochen. „Und der große Profiteur mit einem Marktanteil von inzwischen über 41 Prozent ist Amazon“, bemerkte Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer IFH Institut für Handelsforschung GmbH. Um mit dem Riesen mit alleine in Deutschland 240 Millionen gelisteten Produkten einigermaßen Schritt halten zu können, müsse man entweder eine starke Marke sein oder sich auf individuelle Produkte konzentrieren. „Konsumenten begrüßen die Möglichkeit, Produkte selbst zu gestalten. Jedem Dritten gibt dies das Gefühl bei dem Unternehmen im Mittelpunkt zu stehen“, führte Dr. Hudetz aus. Ob dies nun Hemden, Müslis, Gewürzmischungen, Stofftiere oder Drucksachen sind, spielt dabei keine Rolle. Individualisierung bei der Kundenansprache bis hin zur Personalisierung ist gefragt. Mass Customization gilt hierbei nicht nur für Produkte, sondern auch für die Marketingmaßnahmen, so Hudetz: „Es wird bei der Kundenansprache darauf ankommen, diese Möglichkeiten über alle Kanäle hinweg aktiv zu nutzen – auch und gerade im Printbereich.“

Dr. Kai Hudetz, CEO IFH Institut für Handelsforschung GmbH

Denn Print sei auch in der Welt des E-Commerce nach wie vor relevant. „Auch heute nutzt ein Großteil der Konsumenten gedruckte Medien. Das Prospekt erfreut sich besonderer Beliebtheit“, betonte Dr. Hudetz, indem er aus einer aktuellen Studie des IFH zitierte. Individuelle Werbebriefe erzielen hohe Wirkung und passende oder gar personalisierte Paketbeileger machen das Versandpaket zum wichtigen Träger einer Botschaft.  „Aber die Customer Journey verändert sich rasend schnell“, warnte Dr. Hudetz. Deshalb müsse die richtige Kundenansprache regelmäßig überprüft und angepasst werden. „Stärker rudern hilft nämlich nicht, wenn die Richtung nicht stimmt.“ Der Wettbewerb zwinge dazu, kundenorientierter zu agieren, um die Kundenbindung nicht zu verlieren.

2017-09-19T11:31:17+00:00 07/04/2017|